Wie Abb. 1 zeigt, werden unterschiedlich weite entfernte Objekte unter verschiedenen
Winkeln wahrgenommen. Die Winkeldifferenz ist ein Maß für die Entfernung. Ab einer
Entfernung von ca. 22 m wird allerdings der Unterschied zwischen den Teilbildern so gering,
daß kein räumlicher Eindruck mehr auftritt. Die Astronauten können also Objekte auf der
Erde nicht dreidimensional sehen.
Um einen räumlichen Eindruck von weiter entfernten Objekten zu erhalten muß man den Abstand
zwischen den beiden Teilbildern stark vergrößern. Hierfür bietet sich die Flugbewegung des
Space Shuttles an.
Man kombiniert zwei Aufnahmen des gleichen Gebietes die kurz nacheinander fotografiert
wurden sind. Bei einer Geschwindigkeit des Shuttles von ca. 8 km/s bedeutet z.B. ein
zeitlicher Abstand von 10 Sekunden, daß das Raumschiff eine Entfernung von 80 km zurückgelegt hat.
Damit lassen sich auch noch Berge in einigen 100 km Entfernung plastisch darstellen.
Durch diese vergrößerte Stereobasis erscheint das Bild wie ein stark verkleinertes Modell
der Natur.
In der Praxis hat man allerding mit einigen Problemen zu kämpfen. Da die Fotos nicht als
Stereobildpaare aufgenommen wurden, sind einige Bedingungen meist nur unzureichend
erfüllt:
Die so ver- bzw. entzerrten Aufnahmen wurden rot bzw blaugrün eingefärbt und so zu einem Bild montiert, daß mit einer Rot-Grün-Brille das linke Auge das linke und das rechte Auge das rechte Teilbild sehen.
Viel Spaß bei der Betrachtung der Aufnahmen.
K. Voigt