
Platform: MIR Raumstation Sensor: KFA - 1000 Kamera Koordinaten: ca. 47,36 ° N, 11,30 ° E Aufn.: 25.09.1991; 15:29 Uhr Orignalausst: 40 x 60 mm = 17,2 m / Pixel
Die Aufnahme zeigt den Sylvenstein-Staussee inmitten der umgebenden Berge. Zwischen den beiden Stauarmen (links im Bild) liegt das neu erbaute Dorf Fall. Das alte Dorf wurde überflutet als der Staudamm Ende der fünfziger Jahre fertiggestellt war. Von einem Boot aus ist der ehemalige Kirchturm des Dorfes noch unter dem Wasserspiegel erkennbar. Ebenfalls klar erkennbar ist die Staumauer des Sees sowie der Ablauf der Isar.
Interessant in der Aufnahme ist vor allem die starke Sedimentablagerung in dem Staubecken, die durch die westlichen und südlichen Zuflüsse in den See geschwemmt werden (in Gelbtönen, während das klare Wasser dunkel erscheint). Es läßt sich abschätzen, daß bei unverminderter Sedimentzufuhr das Staubecken innerhalb der nächsten Jahrzehnte vollständig aufgefüllt sein wird.
Durch den Schattenwurf der umliegenden Berge läßt sich das steile Terrain um den Stausee herum abschätzen. Da sich die Originalbilder in Flugrichtung zu 60 % überlappen, kann in diesem Überlappungsbereich, optisch mit Hilfe eines Stereoskops (oder mittels moderner Rechenprogramme) ein dreidimensionaler Bildeindruck erzeugt werden. Damit lassen sich weitreichende Aussagen über die Bergwälder, Lawinenabgänge und Erosionsrinnen (hier erkennbar durch vegetationsfreie Rinnen an den steilen Bergflanken (in gelb-braun), Vegetationsgrenzen usw. gewinnen und auch thematisch kartieren.